Thema · Herz-Kreislauf

Cholesterin
natürlich senken.

Ein zu hoher Cholesterinwert tut nicht weh – und lässt sich trotzdem beeinflussen. Ernährung und Lebensstil sind das wichtigste Fundament, um die Blutfette zu senken und das Herz zu schützen. Wir zeigen Ihnen, was wirklich hilft – und wann Medikamente sinnvoll sind.

  • LDL −10 bis −20 %
  • mediterran essen
  • Beratung vor Ort
Blutdruck- und Cholesterin-Check in der Hausdorff Apotheke

Der wirksamste Hebel

Das Fundament liegt im Alltag

Eine Anpassung von Ernährung und Lebensstil ist die wichtigste Grundlage, um zu hohe Cholesterinwerte auf natürliche Weise zu senken. Eine pflanzenbetonte, mediterrane Kost kann das LDL-Cholesterin – das „schlechte" Cholesterin – im Schnitt um 10 bis 20 Prozent senken.

Das Beste daran: Dieselben Gewohnheiten schützen zugleich Blutdruck, Blutzucker und Gefäße. Sie arbeiten also nicht an einem einzelnen Wert, sondern am Gesamtbild Ihrer Herzgesundheit.

−10 … 20 %

durchschnittliche Senkung des LDL-Cholesterins allein durch eine konsequent mediterrane, pflanzenbetonte Ernährung.

Schritt 1

Pflanzenbetont & mediterran essen

Nicht Verzicht, sondern Austausch: Wenige gezielte Änderungen auf dem Teller wirken sich messbar auf Ihre Blutfette aus.

Viel pflanzliche Kost

  • Täglich reichlich frisches Gemüse, Salate und Obst
  • Regelmäßig Hülsenfrüchte: Linsen, Bohnen, Erbsen
  • Vollkornprodukte wie Haferflocken fest einplanen

Gesunde Fette bevorzugen

  • Tierische Fette (Butter, Schmalz) durch Pflanzenöle ersetzen: Oliven-, Lein-, Walnuss- oder Rapsöl
  • Bei tierischen Produkten die fettarme Variante wählen
  • 1–2× pro Woche fettreicher Seefisch

Versteckte & Trans-Fette meiden

  • Frittiertes wie Pommes und Kroketten weitgehend weglassen
  • Blätterteiggebäck nur selten
  • Stark verarbeitete Fertigprodukte reduzieren
Schritt 2 · Der Hafer-Effekt

Hafer & Gerste: der lösliche Ballaststoff Beta-Glucan

Hafer und Gerste enthalten den löslichen Ballaststoff Beta-Glucan – einen der wenigen Lebensmittel-Inhaltsstoffe mit belegter cholesterinsenkender Wirkung. So funktioniert er:

1

Beta-Glucan bindet im Dünndarm Gallensäuren, sodass diese ausgeschieden werden.

2

Um neue Gallensäuren zu bilden, muss die Leber jetzt Cholesterin aus dem Blut verbrauchen.

3

Das Ergebnis: Der Cholesterinspiegel im Blut sinkt.

3 g

Beta-Glucan täglich – etwa 70 g Haferflocken – können den LDL-Spiegel spürbar reduzieren.

Ballaststoff-Tipps als PDF ↓

Schritt 3

Lebensstil & Alltagsgewohnheiten

Ernährung ist die halbe Miete – der Rest entscheidet sich in Ihrem Alltag.

Gewicht normalisieren

Bei starkem Übergewicht ist Abnehmen eine der effektivsten Maßnahmen, um die Blutfette zu normalisieren.

Ausreichend Bewegung

Mehr Alltagsbewegung und regelmäßiger Sport verbessern den Fettstoffwechsel und stärken das Herz.

Rauchstopp & guter Schlaf

Nicht rauchen und gesunder Schlaf sind zentrale Faktoren, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen.

Woran sich die Therapie orientiert

LDL-Zielwerte nach Risiko

Es gibt nicht den einen „Normwert". Welcher LDL-Zielwert für Sie gilt, hängt von Ihrem persönlichen Herz-Kreislauf-Risiko ab – je höher das Risiko, desto niedriger das Ziel.

LDL-Cholesterin: Zielwerte nach Risiko – von unter 116 mg/dl bei geringem Risiko bis unter 40 mg/dl bei extremem Risiko
Orientierung nach ESC/EAS-Leitlinien-Update 2025. Die individuelle Einordnung des Risikos (z. B. mit SCORE2) erfolgt ärztlich.
Metabolisches Syndrom: viszerales Bauchfett, Bluthochdruck, erhöhtes LDL-Cholesterin, Diabetes Typ 2 und mehrere Medikamente täglich – die Risikofaktoren summieren sich

Der größere Zusammenhang

Das metabolische Syndrom

Ein hoher Cholesterinwert kommt selten allein. Oft treten mehrere Risikofaktoren gemeinsam auf: viszerales Bauchfett, Bluthochdruck, erhöhte Blutfette und ein gestörter Blutzucker. Treffen mehrere davon zusammen, spricht man vom metabolischen Syndrom – im Volksmund „tödliches Quartett".

Das Tückische: Die Faktoren addieren sich nicht einfach – sie verstärken sich gegenseitig. Das Herz-Kreislauf-Risiko steigt dadurch überproportional. Deshalb lohnt der Blick auf das Gesamtbild statt auf eine einzelne Zahl.

Wie hoch ist Ihr Gesamtrisiko?

Der Herzalter-Test der Assmann-Stiftung (PROCAM) bündelt Ihre Werte zu einem verständlichen „Herzalter" – und zeigt, wie alt Ihr Herz im Vergleich zu Ihrem tatsächlichen Alter ist.

Herzalter bestimmen ↗

Auf einen Blick

Seltener oder häufiger auf den Teller?

Vergleich cholesterinfreundlicher Ernährung – seltener: Butter, Wurst, Speck, rotes Fleisch, Sahne, Käse und Innereien; häufiger: Pflanzenöle, Haferflocken, Hülsenfrüchte, Nüsse, Saaten, Beeren, Gemüse, Avocado und Joghurt
Gesättigte Fettsäuren beeinflussen das LDL-Cholesterin meist stärker als das Cholesterin aus der Nahrung selbst.
Wichtig zu wissen

Wenn Lebensstil allein nicht reicht

Nur etwa 20 bis 30 Prozent des Cholesterins stammen aus der Nahrung – den Großteil produziert die Leber selbst, und das ist stark genetisch veranlagt. Deshalb reicht eine Ernährungsumstellung allein oft nicht aus, um die medizinischen Zielwerte zu erreichen.

Ist das Cholesterin dauerhaft zu hoch oder liegen bereits Vorerkrankungen vor, verordnen Ärztinnen und Ärzte hochwirksame und gut verträgliche Medikamente wie Statine. Sie können das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall deutlich – und lebensrettend – senken. Das ist kein Widerspruch zum gesunden Lebensstil, sondern seine sinnvolle Ergänzung.

Wir beraten Sie gern zu Ihren Werten und Ihrer Medikation – die Diagnose und Verordnung bleibt bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wir sind für Sie da

Cholesterin & Blutdruck im Blick

Ob Werte einordnen, Ernährung umstellen oder Fragen zu Ihren Medikamenten: Kommen Sie vorbei oder vereinbaren Sie einen Termin. Persönlich, verständlich und ohne Druck.

Adresse
Hausdorffstraße 187
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